#8: Technik und Taktik in Glasgow, Teil 1

Technik und Taktik bei der Berufsfeuerwehr Glasgow in Schottland – in der 8. Episode zeigen wir euch alle beeindruckenden Details!

Wir möchten genau DIR die Möglichkeit geben aktiv bei Feuerwehr-Tipps mitzuwirken. Wir möchten euch dann gerne laufend zu verschiedenen Themenbereichen befragen. Nutzt diese tolle Möglichkeit – hier findest du Näheres!

Wir freuen uns über euer Feedback und eure Ideen/Tipps! – hierzu bitte unser Feedbackformular nutzen.

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Technik und Taktik in Glasgow (Schottland), Teil 1

Glasgow selbst verfügt über eine Berufsfeuerwehr. In den Städten außerhalb von Glasgow gibt es auch professionelle, jedoch nicht hauptberufliche Feuerwehrkräfte. Dies erfolgt dann recht ähnlich wie in der Episode 3 am Beispiel Dänemark erklärt.

In den kleineren Städten am Land, auch Highlands genannt, gibt es freiwillige Feuerwehrmitglieder. Interessant ist, dass deren Ausbildung vorwiegend in der Heimatfeuerwehr durch Berufsfeuerwehrmänner erfolgt, die durchs ganze Land fahren. Die Freiwilligen ersparen sich damit die meist weite Anreisen. Laut Robert können sie damit auch mehr Mitglieder erreichen, die sonst keinen Kurs besucht hätten. Diese Art der Ausbildung kommt sehr gut an.

In Glasgow selbst ist eine laufende Weiterbildung notwendig, die in einem meist einjährigen Zyklus mit den wichtigsten Themen wiederholt wird. Dies geschieht online, wobei die Lernplattform sehr gut mit vielen Fachinformationen aufbereitet ist. Im Anschluss gibt es Prüfungsfragen zur Kontrolle. Die grünen Themenbereiche sind für heuer erfüllt, die roten sind noch offen, wobei die Schulungen meist als Powerpoint oder PDF Datei vorliegen.

Das beste Feuerwehrgerät, wie es Robert bezeichnet, ist das Halligan Tool, das sie viel in Einsatz haben. Sie stecken hier auch einiges an Ausbildung hinein, das auch bei uns sehr ratsam wäre.

Robert berichtet von einem sehr traurigen Ereignis – und zwar ist vor einiger Zeit ein Feuerwehrmitglied von einem undichten Hydraulikschlauch schwer verletzt worden. Seit dem wird bei einem Stellungswechsel des hydraulischen Rettungsgeräts das gesamte Gerät drucklos geschaltet.

Am Fahrzeug ist eine 60m Hochdruck Schnellangriffseinrichtung vorhanden. Robert fehlt hier aber die Möglichkeit zum Einstellen der Durchflussmenge und setzt hier daher lieber andere Löschleitungen mit Hohlstrahlrohren ein.

Einsatzinformationssystem

Interessant ist, dass jedes Fahrzeug mit einem Einsatzinformationssystem ausgestattet ist, das nicht nur den Einsatzort und die nächsten Hydranten anzeigt, sondern auch zusätzliche Informationen zum Gebäude. Der Fahrzeugkommandant sieht hier auch die „Standard Operation Procedures“ die eine Art Checkliste je nach spezieller Einsatzsituation darstellt. Themen sind hier zum Beispiel Silos, eingestürzte Gebäude und Asbest. Eingeblendet werden auch aktuelle Daten für Hochwasserpegel und Warnungen.

Ein weiterer Monitor befindet sich in der Mannschaftskabine, damit sich auch die Trupps während der Anfahrt informieren können.

Beeindruckend ist, dass viele Einsatzobjekte in 3D dargestellt sind, mit Zusatzinfos für Hauptschalter Strom, Gas und besondere Gefahren, sowie zusätzlich als Fotos. Die Pläne und Informationen können beim im Fahrzeug eingebauten Drucker ausgedruckt werden. Ich bin überzeugt davon, dass solche digitalen Einsatzinformationssysteme auch bei uns in Form von Tablets Einzug halten werden.